Einen weiteren Versuch, um den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen, unternimmt Medikamente per Klick Bayreuth im Rahmen des 6. Spieltages der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA am Sonntag, 25. Oktober, um 17 Uhr im Auswärtsspiel bei den RheinStars Köln. Die Aufgabe wird aber sicher alles andere als leicht.
Gegner RheinStars Köln im Portrait
Die RheinStars Köln starteten als Tabellenzwölfter der vergangenen Spielzeit 2025/26 ansprechend mit 6:4 Punkten und aktuell Tabellenplatz acht in die neue Saison, in der bislang erst ein Heimspiel absolviert wurde. Nach dem 83:80-Auftaktsieg bei der BG Göttingen gab es ein 73:90 bei den Paderborn Baskets und einen weiteren Sieg mit 91:80 bei Aufsteiger ETB Miners Essen. Das bislang einzige Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven ging knapp mit 83:85 nach Verlängerung verloren und zuletzt gewannen die Kölner mit 78:76 bei den GIESSEN 46ers.
Bemerkenswert am Sieg der Rheinländer in Gießen ist, dass das Team von Headcoach Zoran Kukic zur Halbzeit mit 31:44 zurücklag. Wie schon gegen Bremerhaven bewiesen sich die RheinStars als Comeback-Team: Trotz eines Rückstands von 16 Punkten vor der Pause und noch neun Zählern nach 33 Minuten drehten sie die Partie. Entscheidend war letztlich ein 11:0-Lauf nach einer Auszeit. Mit starker Defensive und als geschlossene Einheit brachten die Kölner den Sieg schließlich über die Ziellinie.
„Es freut mich sehr für unsere Jungs, dass sie sich nach der Overtime-Niederlage gegen Bremerhaven gleich im nächsten knappen Spiel durchsetzen konnten“, sagte Headcoach Zoran Kukic nach der Partie in Gießen. „Das ist wichtig für ihr Selbstvertrauen und zeigt ihren guten Charakter als Mannschaft“. Auch Stephan Baeck, dem Geschäftsführer Sport der RheinStars, nötigte der Erfolg großen Respekt ab: „Vor so einer Kulisse musst du erst einmal bestehen und bei dir bleiben, zumal wir durch den Ausfall von Nat Diallo gerade keine einfache Situation haben. Deshalb geht das Lob an alle, an jeden einzelnen im Team“.
Der 26-jährige Center Nat Diallo, bis zum Sommer beim damaligen BBC Bayreuth unter Vertrag, war in den ersten vier Saisonspielen mit 7,3 Punkten und 8,3 abgegriffenen Bällen im Schnitt ein wichtiger Leistungsträger im Team und bester Rebounder. Diallo brach sich im Spiel gegen die Eisbären jedoch ohne Fremdeinwirkung den Mittelfuß und wird den RheinStars jetzt für längere Zeit fehlen.
Bester Werfer bei den Kölnern ist der von den VfL SparkassenStars Bochum gekommene, für den Spielaufbau zuständige 29-jährige US-Point Guard Antonio Deshon Williams mit im Schnitt 15,8 Zählern, 3,6 Rebounds, 3,4 Assists und einer Dreierquote von 55,6 Prozent bei aktuell neun Versuchen. Der bei den RheinStars gebliebene 27-jährige US-Spielmacher und Point Guard Cedric Russell folgt mit durchschnittlich 14,8 Punkten und 2,4 abgegriffenen Bällen. Von der Hofstra University aus der amerikanischen College-Liga NCAA kam der 23-jährige Small Forward James Patterson. Der US-Amerikaner hat bislang im Schnitt 8,8 Zähler und als aktuell zweitbester Rebounder des Teams 5,2 abgegriffene Bälle auf dem Scoreboard stehen.
Ein weiterer Innenspieler ist Power Forward Kristopher Monroe (27). Der US-Amerikaner kam vor der Saison von den Arkadia Traiskirchen Lions aus der österreichischen Bundesliga und hat bislang durchschnittlich 7,2 Punkte und 4,2 Rebounds gescort. Point Guard Jasper Günther (27), von ProA-Absteiger Uni Baskets Münster nach Köln gewechselt, hat bisher im Schnitt 6,8 Zähler auf dem Konto. Der erfahrene, 29-jährige Shooting Guard Haris Hujic (6,5 Punkte/2,3 Rebounds/2 Assists) zählte ebenso zum Stamm der vergangenen Saison wie der 2,13 Meter große Center Björn Rohwer (31, 5,6 Punkte/2,4 abgegriffene Bälle).
Den Kader der Kölner vervollständigen der von den Paderborn Baskets gekommene, 21-jährige Power Forward Karl Bühner (6 Zähler/3,6 Rebounds) und der etablierte, 25-jährige Point Guard Maximilian Begue (5,6 Punkte/3,2 abgegriffene Bälle). Bei den beiden aufeinanderfolgenden Heimspielen gegen MpK Bayreuth am 25. und gegen die Nürnberg Falcons am 28. Oktober wollen die Kölner nun versuchen, ihren Saisonstart zu optimieren.
Bei Medikamente per Klick Bayreuth ist der Hauptgrund für die bisherige Bilanz von fünf Niederlagen in fünf Spielen die massive Verletztensituation. Zuletzt fehlten im Heimspiel gegen die Artland Dragons am vergangenen Samstag die Verletzten Moritz Plescher, Noah Wabersich, Leroy Ikejiaku, Nic McClain und Joshua Bonga, zudem fiel auch noch Luis Wulff mit einer Fingerverletzung aus. Immerhin zeigte MpK im Vergleich zur Niederlage gegen die Orange Academy Ulm am Mittwoch zuvor eine deutliche Leistungssteigerung. Die sieben einsatzfähigen, etatmäßigen Profispieler wurden von den mit viel Kampfgeist und Einsatz agierenden Nachwuchsspielern Liam Holländer und Leo Friedlein unterstützt. Kampf, Einsatz und die Suche nach Lösungen stimmten bei den Bayreuthern, beim Rebounding gab es eine Verbesserung, trotzdem konnte letztlich die 86:97-Niederlage nicht verhindert werden. Ein Problem waren immer noch die zu vielen Turnovers.
Bester Werfer im Team von Headcoach Vincent van Sliedregt war Collin Metcalf mit 20 Punkten, außerdem war Metcalf mit acht abgegriffenen Bällen auch bester Bayreuther Rebounder. Mit Emanuel Prospere kam ein weiterer Rookie auf 18 Zähler.
Unter der Woche gab es eine Neuverpflichtung und Verstärkung für das MpK-Team, die auch die Personalsituation etwas entspannen soll: Am vergangenen Dienstag stellte MPK nach Bestehen des obligatorischen Medical Check den routinierten, international vielfach erfahrenen und flexibel auf den Guard-Positionen einsetzbaren 30-jährigen US-Amerikaner Darrell Davis vor. Durch die Neuverpflichtung soll der Kader nicht nur in der Breite erweitert, sondern dem jungen Team auch gezielt Qualität und Erfahrung hinzufügt werden. Ob Davis bereits im Spiel bei den RheinStars Köln im Bayreuther Aufgebot steht, hängt vom Zeitpunkt der Erteilung der Arbeitserlaubnis durch das Ausländeramt ab.
Trainerstimme MpK-Headcoach Vincent van Sliedregt
„Wir hatten eine volle Woche Zeit, um uns auf das Spiel in Köln vorzubereiten. Dort wären wir auch ohne unsere sieben verletzten Spieler der Außenseiter – wir treffen auf eine Mannschaft mit nachgewiesener Qualität und viel Erfahrung. Wir konnten Darrell in unser Team integrieren und weiter an unserer Defensive arbeiten. Dabei ging es vor allem darum, besser zu kommunizieren, gegnerische Aktionen zu erkennen und gemeinsam die richtigen Lösungen umzusetzen. Gleichzeitig hat Darrell mit seinem Einsatz im Kampf um Spielminuten und den Qualitäten, die er selbst mitbringt, unsere Intensität und physische Präsenz noch einmal gesteigert. Das Ziel für dieses Spiel ist klar: Wir wollen uns defensiv gegen eine offensiv sehr starke Mannschaft weiter verbessern.“
Aus der Historie
Gegen Köln gab es für die Bayreuther Teams bisher 48 Spiele, davon 45 Aufeinandertreffen in der BBL, zwei Partien in der Pro A und ein Pokalspiel. 18 Siegen (elf Heim- und sieben Auswärtserfolgen) stehen 30 Niederlagen (13 Heim- und 17 Auswärtsniederlagen) gegenüber, arbeitete MpK-Vereinshistoriker Peter-Michael Habermann heraus.
Zwischen den Spielzeiten 1976/77 und 1985/86 gelangen Bayreuth in 29 Begegnungen nur vier Heimsiege und der erste Auswärtssieg am 06.04.1986. In diesem Zeitraum hatten die Wagnerstädter vor allem in der Abstiegsrunde 1978/79, den Meisterschaftsendrunden 1981/82 und 1982/83 sowie der Qualifikationsrunde 1983/84 (mit dem Abstieg Bayreuths in die 2. Liga) jeweils gegen Köln das Nachsehen. Und auch im Playoff-Halbfinale 1985/86 scheiterte man gegen die Domstädter mit 1:2 Siegen. Es gelang nur der bereits erwähnte Auswärtssieg.
Im Playoff-Halbfinale 1987/88 scheiterte die BG Steiner Optik Bayreuth mit 0:2 Siegen gegen den späteren deutschen Meister aus Köln erneut. Der größte Erfolg gelang den Bayreuther Korbjägern im Endspiel um den DBB-Pokal am 07.05.1988 in der Ludwigsburger Rundsporthalle: Mit 105:88 (50:38) bezwang man den amtierenden deutschen Meister der Jahre 1987 und 1988 BSC Saturn Köln und holte sich den ersten nationalen Titel der Vereinsgeschichte.
In den beiden Spielzeiten 1988/89 und 1989/90 gewann Bayreuth alle weiteren zehn Begegnungen sowohl in der Hauptrunde als auch im jeweiligen Playoff-Halbfinale. Der letzte Heimsieg datiert vom 29.04.1990 und liegt über 36 Jahre zurück. Damals gewann Steiner Bayreuth im Halbfinale der Playoffs mit 102:70 (45:40). Der letzte Auswärtssieg war zwei Tage zuvor (ebenfalls im Playoff-Halbfinale) am 27.04.1990. Steiner gewann mit 112:100 (53:56).
Am Ende der Saison 1989/90 zog sich der zwischenzeitlich nach dem Rückzug seines langjährigen Sponsors (Kaufhof mit der Marke "Saturn") in Galatasaray Köln umbenannte Verein nach erneuter finanzieller Schieflage aus der 1. Bundesliga zurück. Erst in der Saison 2001/02 tauchte mit Rhein Energy Cologne (ab 2003/04 RheinEnergie Köln) wieder ein Club aus Köln vorübergehend (bis 2009) in der BBL auf. 2006 wurden die Domstädter deutscher Meister und 2004, 2005 und 2007 Pokalsieger.
Im erstmaligen Aufeinandertreffen in der Pro A in der vergangenen Saison gegen die RheinStars Köln verlor der BBC beide Spiele - auswärts mit 82:90 (11.01.2026) und in der heimischen Oberfrankenhalle mit 82:93 (21.02.2026).

